ein wochenende hurricane festival liegt hinter uns und das festival machte seinem namenauch alle ehre. nachdem unser zelt stand und wir die füße etwas schonten, zogen sich dunkle wolken zusamnmen, ein dicker regenschauer ging nieder und die ersten pavillions erhoben sich. das festival hatte noch nicht mal begonnen und schon lag alles mit einer bauhöhe über 2 meter zerstört am boden. das unwetter dauerte aber nur 10 minuten und es war wieder strahlender sonnenschein. diese schauspiel wiederholte sich so oder in etwas reduzierter version nur mit regen – ohne wind – während des ganzen wochenendes öfter mal.
wir suchten einen netten platz für uns und unsere mit-zelter. umringt von einer scharr partygeiler prolleten bildeten wir eine enklave des guten geschmacks.
der standart hurricane besucher war zwischen 16 und 20 jahre und die ganze zeit betrunken. bands spielen bei seinem besuch dieser veranstaltung keine große rolle. hauptsache auf dem zeltplatz mit den kumpels party machen und laut die eigene musik hören. dabei entsand eine art schwanzvergleich in dezibel gemessen. die art der musik und die qualität war sekundär.
wir hingegen waren wegen der bands dort und einige hatten es auch echt in sich! viel nettes beiwerk wurde auch geboten. unser festival begann mit the sounds , den neuen blondie oder der neuen kim wild, die auch ziemlich gut waren, “alte” und ganz neue songs präsentierten. der sound der sounds war gut, die menge begeistert – eine gute, runde sache.
eines der highlight kam direkt im anschluss: die editors! und wir standen fast ganz vorne und genossen die wunderbare musik. ein gutes konzert, sänger tom smith war gut drauf und gab alles auf der bühne. eine gute auswahl an songs der beiden alben wurde geboten und … neue songs! in diesem herbst erwartet uns ein neues album! hier ein kleiner hinweis. aber … die neuen songs, nun ja. sie waren fast rein elektronisch. düsterer 80er electro-pop. zwar nicht schlecht, teilweise sehr gut durchkomponiert aber irgendwie doch ein klarer stilwechsel. irgendwie habe ich angst vor dem neuen werk…
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die folgenden bands bekam man so mit. wir gingen zu nneka um mal einen stilwechsel einzulegen, erlebten jedoch 20 minuten soundcheck anstatt des geplanten konzerts und hatten dann auch nicht mehr viel lust. wir hörten etwas franz ferdinand, die ihren brit-rock englisch überheblich darboten. wer franz ferdinand mag, hätte das konzert geliebt.
duffy bekam man etwas mit, katy perry zum glück nicht
kleines, unerwartetes highlight war moby an diesem abend. die musik von moby ist ja weitesgehend bekannt und ich hoffe auch, dass die vielseitigkeit seiner werke bewusst ist (z.B. new dawn fade oder thats when i reach for my revolver). auf der bühne spielte er mit voller live-band seine hits wie “why does my heart feel so bad”, “bodyrock”, “natural blues” oder “we are al made of stars” und auf einmal, zwischendrin, kam ein 57 sekündiger hadcore-punk song. wir erhielten schöne, abwchslungsreiche und handgemachte musik aus verschiedenen genres. sehr gut!
und sehr gut ging es weiter mit kraftwerk. eine großartige bühnenschow konnte man nicht erwarten. jedoch ein gesamtkunstwerk aus video-projektionen und ton, während 4 alte männer hinter laptops standen. aber im grunde hatte man auch genau dieses zu erwarten und es war großartig.
müde ging man ins bett, von schlafen kann aber keine rede sein. zwei benachbarte gruppen lieferten sich ein kräftemessen der lauten art. von der einen seite kamen die doofen mit “mief” in der endlosschleife (wer sich nicht mehr erinnert) und von der anderen seite kam torfrock. da halfen nur noch ohrenstöpsel…
geweckt wurden wir am samstag morgen gegen 9 uhr wieder mit “mief” in der endlosschleife (wir hatten es mit besonders lustigen zeitgenossen zu tun) und standen dann entnervt auf.
der samstag sollte wenige aber dafür richtig gute bands bieten und um die eigenen ohren nicht zu übersättigen, gab es am nachmittag rauen britischen post punk von the rakes und anschließend treibenden indierock der blood red shoes und dann erstmal wieder eine pause. um bei den pixies völlig frei und unbelastet zu sein, haben wir noch etwas gechillt und konnten dann gut abrocken!
ein letzes mal noch kräfte sammeln und dann zu nick cave and the bad seeds. und was soll ich sagen? es war eine offenbarung. bekannt ist nick cave ja eher für ruhige hits wie “weeping song”, “henry lee”, “red right hand”, “the ship song” oder das nicht ganz so ruhige “the mercy seat”, die es auch alle gab – aber darüber hinaus gabs nichts zum schunkeln. mit stroboskobgewitter prasselte eine krachlawine der bad seeds auf uns nieder, beherrscht von nick caves markantem gesang. was der eine musiker mit der geige veranstaltete um töne zu erzeugen, vermag ich gar nicht genau zu beschreiben. zwei schlagzeuger gaben alles und nick cave gab sich rau und punkig. er trat bei jeder gelegenheit den mikro-ständer um, rämpelte den geiger an und warf andauernd irgendetwas weg. so viel energie und so ein gutes zusammenspiel habe ich selten gesehn. jeder beherrschte sein(e) instrument(e)!
beflügelt verließen wir das gelände und verbrachten die folgende nacht daheim. noch so eine terror-nacht zwischen den aposteln des stumpfsinns wollten wir uns nicht gönnen. zumal die ersten bands auf unserem sonntagsplan erst gegen 21 uhr spielen sollten.
somit ruhten wir uns aus, genossen die vorzüge eines bettes und einer dusche und starteten abends wieder nach scheeßel. wir kamen bei fettes brot an und ich war über deren darbietung echt überrascht. zu erst kam eine adaption von the clashs “london calling”. als zugabe folgte dann eine recht originalgetreue coverversion von “es geht voran” der fehlfarben. man endete mit dem hip hop classiker “nordish by nature”, leicht angeskat und schließlich wechselte man in dem lied auf die melodie von “dance with somebody” von mando diao um dann nochmal mit den refrain auf die melodie von “männer sind schweine” der ärzte. musikalisch geschmackssache aber technisch sehr beeindruckend.
so schlenderten wir zur kleinen bühne. jugend-aufarbeitung war mein stichwort dieses sonntags. mit den auftritt der nine inch nails sah ich doch nochmal eine band, die mich in meiner musikalischen findungsreise durchaus eine zeit begleitet hat. mal davon abgesehen, dass lieder wie “closer” von 1994 heute immer noch tanzflächen füllen und es sich um eine kult-band handelt.
man lauschte 30 minuten dem industrial rock der NINs um dann eine zweite wichtige band meiner jugend aufzusuchen: die ärzte. mein erstes ärzte konzert und wir erhielten, was zu erwarten war: tausende menschen am ausflippen und abfeiern. 300m von der bühne entfernt hat noch jeder die texte mitgesungen und man bekam stumpfes und sinnloses gelaber der ärzte – also ein typisches DÄ konzert!
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alles in allem: gute bands aber nie wieder hurricane
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